Wer sind die spirituellen Wesen der Santería – und welche Farben, Speisen und Symbole gehören zu ihnen?

Die Orishas sind das Herz der Santería. Sie sind keine fernen, abstrakten Götter, sondern lebendige Kräfte mit Charakter, Geschichte und sehr konkreten Vorlieben. Wer mit ihnen arbeiten möchte, muss ihre Sprache lernen – und die ist vor allem eine Sprache der Farben, Düfte, Speisen und Zahlen. Hier ein Überblick über die wichtigsten neun, denen man in Ritualen, auf Altären und in unserem Sortiment am häufigsten begegnet.

Eleguá – der Öffner der Wege

Eleguá ist die erste Orisha, die in jeder Zeremonie gegrüßt wird. Er ist der Hüter der Wege, der Schwellen und der Kreuzungen – nichts beginnt ohne ihn. Man stellt ihn sich oft als Kind oder als alten Mann mit Strohhut dar, frech, verspielt und unberechenbar. Seine Farben sind Rot und Schwarz, seine Zahl ist die 3. Als Opfergaben liebt er Bonbons, Spielzeug, Maiskolben, Tabak und Rum. Im katholischen Synkretismus wird er mit dem Heiligen Antonius von Padua oder dem heiligen Niño de Atocha gleichgesetzt.

Obatalá – der Schöpfer, das Licht des Friedens

Obatalá ist die Orisha der Reinheit, der Weisheit und des klaren Verstandes. In den Mythen formte er die menschlichen Körper aus Lehm. Seine Farbe ist **Weiß**, seine Anhänger kleiden sich an seinen Festtagen ganz in Weiß. Er nimmt nur weiße Speisen an: Reis, Kokos, Milch, weiße Tauben. Wer Klarheit in schwierigen Entscheidungen sucht oder einen kühlen Kopf bewahren möchte, wendet sich an Obatalá. Synkretisiert mit Unserer Lieben Frau von der Barmherzigkeit.

Yemayá – die Mutter aller Mütter

Yemayá herrscht über das offene Meer. Sie ist die universale Mutter, großzügig, schützend, aber auch stürmisch wie der Ozean selbst. Ihre Farben sind Blau und Weiß, ihre Zahl die 7. Sie liebt Wassermelone, Melasse, Enten und alles, was aus dem Meer kommt. Wer Schutz für die Familie, Heilung emotionaler Wunden oder Fruchtbarkeit sucht, ruft sie an. Im Synkretismus erscheint sie als Unsere Liebe Frau von Regla.

 

Ochún – Liebe, Fluss, Süße

Ochún ist die jüngere Schwester Yemayás und herrscht über das Süßwasser, über Flüsse, Wasserfälle und Quellen. Sie ist die Orisha der Liebe, der Schönheit, der Sinnlichkeit und des Reichtums. Ihre Farben sind Gelb und Gold, ihre Zahl die 5. Honig, Sonnenblumen, Kürbisse und gelbe Blumen sind ihre Lieblingsopfer. Im Synkretismus ist sie die kubanische Schutzpatronin, Unsere Liebe Frau von Caridad del Cobre.

 

Changó – Donner, Feuer, Männlichkeit

Changó ist die Orisha des Donners, der Trommeln, des Feuers und der männlichen Kraft. Er ist ein stolzer, leidenschaftlicher Krieger und Tänzer. Seine Farben sind Rot und Weiß, sein Symbol die doppelte Axt Oshé. Er liebt Äpfel, Bananen und scharfe Speisen. Im Synkretismus überrascht er: Er wird mit der weiblichen heiligen Barbara gleichgesetzt, weil deren rote Gewänder und ihr Schwert seinen Symbolen entsprechen.

Oggún – Eisen, Arbeit, Krieg

Oggún ist der Schmied unter den Orishas. Er ist die Kraft, die Eisen schmiedet, die Werkzeuge macht, die Wege durch den Dschungel schlägt. Er steht für ehrliche Arbeit, Mut und körperliche Stärke. Seine Farben sind Grün und Schwarz, sein Symbol die Machete. Er erhält Opfergaben aus Eisen, Tabak und starkem Schnaps. Synkretisiert mit dem Heiligen Petrus.

Oyá – Wind, Wandel, Tod

Oyá ist die Orisha der Winde, der Stürme, der Friedhöfe und des Wandels. Sie ist Changós Lieblingsfrau und gleichzeitig eine eigenständige Kriegerin. Ihre neun Farben sind die Farben des Regenbogens, ihr Werkzeug der Pferdeschwanz Iruke, mit dem sie negative Energien wegfegt. Wer einen großen Lebensumbruch durchsteht, wendet sich an Oyá.

Babalú Ayé – Heilung der Kranken

Babalú Ayé ist die Orisha der Krankheiten – aber auch der Heilung. Er ist ein alter, gebeugter Mann mit Krücken, oft begleitet von Hunden. Seine Farben sind Violett und Braun. Wer schwer krank ist oder einen Angehörigen heilen möchte, wendet sich an ihn. Synkretisiert mit dem Heiligen Lazarus.

Ochosi – der Jäger, die Gerechtigkeit

Ochosi ist der himmlische Jäger, Bogen und Pfeil sind sein Werkzeug. Er ist die Orisha der Gerechtigkeit und des Schutzes vor falschen Anschuldigungen. Seine Farben sind Blau und Gelb. Er bildet zusammen mit Eleguá und Oggún die „Krieger“ – die schützende Trias, mit der viele Praktizierende ihren Weg beginnen.

„Die Orisha zu kennen heißt, ihre Farbe, ihre Speise und ihr Lied zu kennen. Erst dann erkennt sie dich.“

Zu jeder Orisha findest du in unserem Shop passende Armbänder in den richtigen Farben sowie geweihte Kerzen – siehe Kategorie [Esoterik & Magie](/product-category/esoterik-magie/) und [Kerzen](/product-category/kerzen/).

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